Dienstag, November 29, 2011

Zwangsräumungen und Widerstand in Kambodscha: Fünf Frauen erzählen ihre Geschichten

Zehntausende Menschen in Kambodscha sind in dem Würgegriff von Zwangsräumungen gefangen. In Phnom Penh allein wurden zwischen 1990 und 2011 schätzungsweise 10 Prozent der Bevölkerung der Stadt zwangsumgesiedelt. Entwicklungsprojekte und Landstreitigkeiten sind oft der Vorbote von Zwangsräumungen, bei denen das Wohlergehen der betroffenen Gemeinden letztlich durch die Ansprüche großer Unternehmen übertrumpft wird.

Frauen in Kambodscha stehen immer häufiger an erster Reihe in einem gefährlichen Kampf gegen die Welle von Zwangsräumungen, die über das Land fegt.

Mai (48), eine Mutter von acht Kindern aus der Provinz Oddar Meanchey im Nord-Westen Kambodschas, war im fünften Monat schwanger, als sie mit ansehen musste, wie ihr Haus und all ihre Habseligkeiten in Flammen aufgingen.

Sophal ist 31. Sie und ihre innerstädtische Gemeinde Dey Krahorm in Phonm Penh haben über drei Jahre Widerstand gegen eine Zwangsräumung geleistet, bis zu der Nacht, in der Dey Krahorm von Hunderten von Polizisten und Mitarbeitern eines Unternehmens in nur wenigen Stunden niedergewalzt wurde.

Hong gehört zu dem indigenen Volk der Kuy, die in dem Prey Lang Wald im Norden Kambodschas leben. Der Wald ist die Lebensgrundlage von rund 200.000 Menschen, die in den umliegenden Dörfern von Prey Lang leben. Hong führt ihre Gemeinde in einem Kampf um ihr Land und ihre natürlichen Ressourcen an.

Heaps Mann wurde verhaftet und unter falschen Anschuldigungen an dem gleichen Tag verhaftet, an dem die Behörden das gesamte Ackerland ihres Dorfes beschlagnahmten. Ohne Land und ohne Ehemann war sie plötzlich auf sich allein gestellt, und muss nun sich und ihre vier kleinen Kinder alleine versorgen.

Vanny ist eine der führenden Figuren in einem Kampf gegen die größte Zwangsräumung nach der Khmer Rouge-Ära, die große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auf sich gezogen hat. Vanny lebt in den Überresten der Siedlung um den Boeung Kak-See im Zentrum von Phnom Penh, die einst die Heimat von rund 20.000 Menschen war.

Der vollständige englischsprachige Bericht „Eviction and Resistance in Cambodia: Five women tell their stories“ ist abrufbar unter: http://amnesty.org/en/library/asset/ASA23/006/2011/en/a64991cc-f9be-4486-9102-2e9ab2b64397/asa230062011en.pdf