Sonntag, Oktober 09, 2011

Kambodscha muss sofort alle Zwangsräumungen stoppen

Die kambodschanischen Behörden müssen endlich die zahlreichen rechtswidrigen Zwangsräumungen in Phnom Penh stoppen, durch die bereits Tausende von Familien ihre Häuser verloren haben.

Rund 90 Familien, die am Boeung Kak-See im Zentrum der Hauptstadt Kambodschas wohnen, leben mit dem unmittelbaren Risiko einer Zwangsräumung, weil ein Bauunternehmen das Land für einen Stadtplanungsprojekt beansprucht. Acht Häuser und Geschäfte wurden vor wenigen Tagen ohne Vorwarnung durch Bagger, die von rund 100 bewaffneten Polizisten und Sicherheitskräften beschützt wurden, abgerissen.

Ein Bewohner des Sees, Suong Sophorn, wurde mit Schlagstöcken und Backsteinen von Polizisten bewusstlos geschlagen, als er die BewohnerInnen friedlich dazu aufrief, die Zerstörung weiterer Behausungen gemeinsam zu verhindern.

Nur noch 779 der ursprünglich ungefähr 4.000 Familien leben am Ufer des Boeung-Kak-Sees. Die anderen Familien haben nach diversen Drohungen und Einschüchterungen seit die Arbeiten zur Aufschüttung des Sees im August 2008 begannen, entweder die unangemessene Entschädigung angenommen oder sich an einem 20 km entfernten Ort niedergelassen.

Am 11. August veranlasste der Ministerpräsident, dass die übriggebliebenen 779 Familien als rechtmäßige BesitzerInnen 12,44 Hektar Land am Boeung-Kak-Sees erhalten, um dort zu wohnen. Die Stadtverwaltung von Phnom Penh hat jedoch 96 der Familien davon ausgeschlossen.

Fordern Sie ein Ende der Zwangsräumungen in Kambodscha