Freitag, Februar 10, 2006

Höchststrafe lebenslänglich

Über den Strafgerichtshof zum kambodschanischen Völkermord berichtet die Wochenzeitung FREITAG in ihrer aktuellen Ausgabe 06/2006. Unter dem Titel "Höchststrafe lebenslänglich" beschreibt Falk Hartig die Verbrechen der Roten Khmer, zählt mögliche Angeklagte auf und skizziert Aufbau und Arbeitsweise des Tribunals. Etwa 1,7 Millionen Menschen sind der Diktatur der Roten Khmer zum Opfer gefallen. Vor dem Gericht sollen nur die die höchsten Führungskader der Roten Khmer angeklagt werden. Nach nationalem Recht und mit der Unterstützung von internationalen Richtern sollen die kambodschanischen Richter über maximal 60 Personen zu Gericht sitzen. Die Finanzierung des auf 56 Millionen US-$ geschätzten Tribunals ist immer noch ungeklärt. Dennoch zeige man sich in Kambodscha optimistisch, dass das Tribunal noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen könne, so Hartig. Dass es mehr als 25 Jahre gedauert hat, dass ein Tribunal seine Arbeit aufnehmen könne, liege daran, dass die meisten Leute "in erster Linie an ihren Magen und weniger an Gerechtigkeit denken" würden. Die vielen Opfer, die die Roten Khmer hinterlassen haben, dürften deshalb aber nicht vergessen werden. Ein Gerichhof könnte dies verhindern.